Ein praxisorientierter Kurs zur Herstellung von Aquarellfarben, Pigmenten und Bindemitteln aus Pflanzenextrakten. Kein Chemielabor. Keine Industriezertifizierung.
Vor der industriellen Farbproduktion erzeugten Maler ihre Farben selbst. Aus Pflanzen, Mineralien und natürlichen Bindemitteln entstanden Pigmente von außergewöhnlicher Tiefe und Eigencharakter. Dieser Kurs gibt dieses Wissen weiter.
Teilnehmer lernen den gesamten Prozess kennen: welche Pflanzen sich für welche Farbtöne eignen, wie Extraktion funktioniert, wie Bindemittel wie Gummi arabicum oder Eigelb verarbeitet werden und wie daraus fertige Aquarellfarben entstehen.
Das Programm richtet sich an Maler, Gartenliebhaber, Kunsthandwerker und alle, die an historischen Techniken interessiert sind. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Zum Kursablauf
Das Programm ist in aufeinander aufbauende Lernbereiche gegliedert. Jeder Bereich verbindet theoretisches Wissen mit direkter praktischer Anwendung.
Welche Pflanzen liefern welche Farben? Vom Waid für tiefes Blau über Reseda für Gelb bis hin zu Krapp für warme Rottöne – der Kurs vermittelt ein fundiertes Wissen über Farbpflanzen, deren Anbau, Ernte und Lagerung. Auch heimische Wildpflanzen werden berücksichtigt.
Teilnehmer erhalten Hinweise für den eigenen Garten, inklusive Informationen zu Standort, Boden und Erntezeitpunkt für optimale Farbausbeute.
Die Extraktion ist das Herzstück der Farbherstellung. Kochextraktion, Kaltmazeration, Fermentation – verschiedene Methoden eignen sich für verschiedene Pflanzen und gewünschte Farbergebnisse. Der Kurs erklärt die Prinzipien hinter jeder Technik.
Teilnehmer erproben die Fällung von Farblacken, das Trocknen und Mahlen von Pigmenten und verstehen, wie Mordanting die Farbintensität beeinflusst.
Ein Pigment allein ist noch keine Farbe. Erst das Bindemittel macht es malbar. Der Kurs behandelt Gummi arabicum, Eigelbemulsion, Leinöl und Honig als Zusatz. Jedes Bindemittel erzeugt andere Malqualitäten und Trocknungseigenschaften.
Teilnehmer stellen eigene Bindemittelmischungen her und testen diese auf verschiedenen Trägermaterialien.
Im abschließenden Bereich fügt sich alles zusammen. Teilnehmer füllen ihre selbst extrahierten Pigmente mit eigens hergestellten Bindemitteln in Halbschalen oder Tuben ab. Das Ergebnis: eine persönliche Aquarellpalette, die mit nach Hause genommen wird.
Begleitend dazu werden historische Farbrezepturen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert besprochen, die zeigen, wie Meister der Vergangenheit ihre Materialien erzeugten.
Jeder Schritt ist klar strukturiert. So sieht Ihre Erfahrung mit Dalenmore Hub aus.
Sie schreiben uns über das Kontaktformular oder per Telefon. Wir beantworten alle Fragen zum Kursformat, zu den benötigten Materialien und zum Ablauf.
Nach dem Gespräch reservieren Sie Ihren Kursplatz. Sie erhalten eine Bestätigung mit allen relevanten Informationen, einer Materialliste und einem Vorbereitungshinweis.
An den Kurstagen arbeiten Sie in kleinen Gruppen. Theorie und Praxis wechseln sich ab. Jeder Teilnehmer arbeitet an eigenen Materialien und Rezepturen.
Am Ende des Kurses nehmen Sie Ihre selbst hergestellten Aquarellfarben, Pigmente und Bindemittel mit nach Hause. Dazu erhalten Sie ein ausführliches Rezeptheft.
Mit dem erlernten Wissen können Sie die Farbherstellung eigenständig fortsetzen. Der Kurs vermittelt alles, was Sie brauchen, um dauerhaft unabhängig von industriellen Farben zu arbeiten.
Die Natur bietet eine erstaunliche Bandbreite an Farbtönen. Hier ein Überblick über einige der wichtigsten Farbpflanzen, die im Kurs behandelt werden.
Liefert tiefes Indigoblau. Wurde in Europa jahrhundertelang als wichtigste Blaufarbpflanze kultiviert. Die Fermentation der Blätter erzeugt den charakteristischen Farbstoff.
BlautöneDie Wurzeln der Krappwurzel enthalten Alizarin und Purpurin. Daraus entstehen warme Rottöne bis hin zu tiefen Orangefarben. Eine der ältesten bekannten Farbpflanzen.
Rot- und OrangetöneAus Blättern und Stängeln der Reseda lassen sich leuchtende Gelbtöne gewinnen. Sie war in der mittelalterlichen Textilfärberei weit verbreitet und ergibt lichtechte Farben.
GelbtöneDie allgegenwärtige Brennnessel liefert grünliche bis olivfarbene Töne. Als heimische Wildpflanze leicht zugänglich und ideal für Einsteiger in die Pflanzenextraktion.
GrüntöneDieser Kurs vermittelt ein handwerkliches Wissen, das über Jahrhunderte weitergegeben wurde. Sie lernen nicht nur eine Technik – Sie verstehen, wie Farbe entsteht.
Kleine Gruppen. Praxisorientiert. In Hamburg.
Das Programm stützt sich auf überlieferte Rezepturen und Verfahren, die über Jahrhunderte von Malern, Apothekern und Handwerkern angewendet wurden. Diese Techniken benötigen keine spezielle chemische Ausrüstung und keine behördliche Genehmigung.
Historische Quellen wie das "Libro dell'Arte" von Cennino Cennini oder die Rezeptsammlungen mittelalterlicher Klöster zeigen, wie zugänglich die Farbherstellung einmal war. Der Kurs macht dieses Wissen für den heutigen Heimgebrauch nutzbar.
Wir beantworten gerne alle Fragen zu Kursinhalten, Terminen und Teilnahmevoraussetzungen.